Jysty Stranderkunder

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 17.03.2007 Beiträge: 43 Wohnort: Kiel
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Verfasst am: 19.03.2007, 13:47 Titel: Eine etwas verspätete Weihnachtserzählung... |
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A/N: Die Personen dieser Geschichte gibt es tatsächlich, und auch das Trefen hat stattgefunden, wenn auch etwas anders... Bitte um Feedback!
Rückblick oder: Advent, Advent, ein Kraftwerk brennt
Es sollte so eine Art Abschlussbesprechung unserer AG werden, ein kleiner Jahresrückblick, so Levke, unsere Oberleiterin. Fehlen durfte niemand, nicht einmal Jan, der eigentlich einen Zahnarzttermin gehabt hätte. Hätte.
Nach der vierten Stunde traf sich die gesamte Leiterschaft also in dem Biologiestockwerk des Fachstundenturmes der Schule. Als Versammlungsort wurde – ohne das Wissen der betroffenen Lehrer – der soeben erst fertig renovierte Biologieraum Eins gewählt.
Begleitet von meiner Freundin und Klassenkameradin Nicole stapfte ich also den Turm hinauf. Schon von weitem war das Gestreite von einigen Mitleitern zu hören. Alexa und Lasse standen diskutieren an den Garderobenhaken, neben ihnen saß Niklas, und der fast Zwei Meter große Jan stand etwas abseits. Gerade als wir uns zu ihnen gesellen wollten, drängte er sich zur Diskussion dazu. „Also, keine bekannte Spezies der Gattung Rentier kann fliegen. Aber es gibt 300.000 Spezies von lebenden Organismen, die noch klassifiziert werden müssen, und obwohl es sich dabei hauptsächlich um Insekten und Bakterien handelt, schließt dies nicht mit letzter Sicherheit die Möglichkeit einer der Existenz bisher unbeschriebener fliegender Rentiere aus.“ (DER REDET WIRKLICH SO!!!)
„Sag ich doch!“, lachte Alexa triumphierend, und Lasse verdrehte die Augen.
Niklas wollte etwas dazwischenrufen, verstummte dann jedoch, als Kim, Tjorven und Philip den Raum betraten. Alle über und über mit elektrischen Lichtern beladen, ohne Sichtfeld, und nur dirigiert von Levke, unserem „Big Boss“. Unter derer Anweisung wurden die Unmengen von Lichterchen überall im Raum angebracht. Vorweihnachtliche Stimmung breitete sich aus, die Freude war groß.
Keiner von uns wusste, dass einige Menschen aus der Nachbarschaft die provokante Weihnachtsoffensive beobachtetet hatten, und sich nun genötigt sahen, uns zu übertrumpfen. Stunden später erstrahlt die gesamte Umgebung im besinnlichen Glanz von 1.257 Fensterdekorationen. Aber dazu später.
Nun ging es ans eingemachte: Die Geschenke. Auch das ist in wenigen Worten abzutun. Wir hätten Lasse auf gar keinen Fall das Wörterbuch der Jugendsprache schenken dürfen. Jetzt haben wir alle eine weitere Fremdsprache zu Lernen.
Zur selben Zeit: Eine Gruppe asiatischer Geschäftsleute mit leichtem Gepäck und sommerlicher Kleidung irrt verängstigt durch den Winterbeckerweg. Zuvor war eine Boing 747 der Singapur Airlines mit dem Ziel Sydney versehentlich in der mit 3000 bunten Neonröhren gepflasterten Garagenzufahrt der Bäckerei Brormeier gelandet.
Aber davon wussten wir natürlich nichts.
Keiner von uns warf einen Blick aus dem Fenster, und hätten wir es getan... nun ja, der Begriff Schneeblindheit sagt hier wohl jedem etwas, oder?
Dann zog Kim ihren Fotoapparat hervor, und sofort scharte sich alles um Jan – Nun gut, HINTER Jan. Ich habe inzwischen Kopien der Bilder geschickt bekommen, und nun ja, in gewisser Weise sind wir wohl selbst schuld an deren Unschärfe. Mit den von Alexas Oma gestifteten Weihnachtsmützen sahen wir ja noch einigermaßen komisch aus – Von mir selbst mal abgesehen – aber ohne war es einfach nur noch grausam. Aber das ist was anderes. Das geht hier niemanden was an.
Ach ja, und uns ging es natürlich nichts an, was die NASA so herumfunkt. Schade eigentlich, denn sonst hätten wir erfahren, dass die NASA Raumsonde Voyager 7 vom Rande der Milchstrasse Bilder einer angeblichen Supernova auf der nördlichen Erdhalbkugel gefunkt hat. Die Experten in Houston waren im Übrigen ratlos. Wir wären es vielleicht nicht gewesen, aber uns ging es ja nichts an.
Wir verbrachten eine nette Weihnachtsfeier, im kleinen Kreis.
Gestern Morgen nun hat mich Jan angerufen, und mir von der Explosion des Kraftwerks, das unsere Schule und ihre Umgebung versorgt, erzählt. _________________
Daniel Frederick |
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